Ein Thema, was mir in letzter Zeit immer öfters begegnet ist, dass Frauen wie auch Männer, sich dazu bekennen in einer toxischen Beziehung zu leben, respektiv schon eine oder auch mehrere durchlebt haben. Besonders Beziehungen mit Narzissten rücken immer mehr in den Fokus. Leider spreche ich aus eigener Erfahrung. Es ist ein Thema, was sich über Seiten aufbereiten ließe, ich versuche mich aber kurz zu fassen 😉

Was sind toxische Beziehungen: dies sind Beziehungen zwischen einem ständigem Auf und Ab. In dem einen Moment ist alles super, er ist der ideale Partner, in dem anderem Moment muss man sich verletzende Kommentare gefallen lassen, psychische wie auch körperliche Gewalt. Jedoch idealisiert man seinen Partner, nimmt ihn immer wieder in Schutz und geht schlussendlich die Schuld bei sich selbst suchen. Dies raubt einem enorm viel Energie. Diese wird darauf ausgerichtet, seinem Partner alles recht zu machen, um die verletzende Momente zu vermeiden. Es zerrt an dem Selbstwertgefühl, man verändert sich nach und nach zu einem Menschen, der man nicht ist. Tiefe seelische Verletzungen bleiben zurück, körperliche Symptome durch die ständige Stresssituation treten auf.

Leider ist es sehr schwer sich aus so einer Beziehung zu lösen und es kostet einen immense Kraft. Schließlich „liebt“ man diesen Menschen ja. Hat man sich jedoch zu diesem Schritt entschieden, muss man damit rechnen, dass der Partner nun zum Äußeren geht. Besonders Narzissten können das Gefühl nicht ertragen zu verlieren.

Was also tun?

Der gute Rat von der Freundin, wie: „Der tut dir nicht gut. Mach, dass du raus kommst.“ bringen leider gar nichts. Es steigert nur noch die Tendenz den destruktiven Partner zu verteidigen. Man „liebt“ diesen Mann ja schließlich, will nicht illoyal wirken Also ist es besser, selbst einen Schritt zurückzutreten und die Beziehung von außen zu beobachten. Also als sogenannter Dritter. Sucht die Fehler nicht bei euch selbst! Reflektiert kritisch: was tut mir gut, was nicht? Versucht nicht euch zu verbiegen, denn egal wie viel man dies tut, man wird irgendwann zerbrechen und es hilft eh nicht. Und habt keine Angst! Wenn ihr mit einem gewalttätigen Partner zusammen seid, holt euch Hilfe von außen. Und ihr müsst euch nicht dafür schämen, denn ihr habt keine Schuld. Wenn man solch eine Beziehung „durchstanden“ hat, ist es wichtig, professionelle Hilfe (Coaching, Psychotherapie) zu holen. Auch wenn man glaubt es sei alles ok, haben sich tiefe innere Verletzungen eingebrannt, die durch eine kleine unvorhersehbare Gegebenheit (Trigger) hervorgeholt werden können. In dem Moment reagiert ausschließlich das Unterbewusstsein, egal wie laut das Bewusstsein in dem Moment schreit: „Du spinnst doch jetzt, ist doch nicht schlimm.“ Dies kann zum Beispiel der Grund sein, weshalb man in einer neuen gut funktionierenden Beziehung von einem Moment zum anderen komplett aus der Bahn geworfen werden kann. Ein bestimmter Satz oder Geste von dem neuen Partner (auch wenn es komplett aus dem Kontext der toxischen Beziehung ist) können die erlebten Gefühle wieder auslösen. Selbstzweifel beginnen, man ergreift die Flucht nach innen oder außen oder fährt das ganze Repertoire an Schutzmechanismen wieder auf. Redet mit eurem neuem Partner. Wenn er der „Richtige“ ist, wird er es verstehen, Geduld und Verständnis haben. Ich vergleiche dies gerne mit der Arbeit mit einem scheuen Pferd, was gequält wurde. Eine falsche Geste, ein falsches Wort, das Pferd scheut nach hinten und man beginnt wieder von vorne. Wieder vertrauen lernen ist das richtige Stichwort. Denn besonders das Vertrauen in andere Menschen wird in toxischen Beziehung komplett zerstört.

An all die, die sich hier wieder finden, denen es so geht und die so fühlen: ihr seid alle wertvoll und habt es nicht verdient, so behandelt zu werden. Die Schuld liegt nicht bei euch! Ihr habt alle die Stärke in euch um aus diesem Teufelskreis herauszukommen. Und vergesst nicht ihr steht nie alleine da 😊