Schauen wir uns einmal einen ganz normalen Tagesablauf eines Kindes an: morgens früh aufstehen, fertigmachen für die Schule/Kita, meist „Frühstück“ auf dem Schulweg, danach Schule, Mittagessen in der Kita, danach wieder Schule, Hausaufgaben, Kita. Danach noch Besuch im Sportverein, Musikunterricht usw. Abends verbringen die Kinder vor dem Fernseher, PC oder Spielkonsole, da die Eltern vom Arbeitstag müde sind. Die Wochenenden sind oft verplant, da die Eltern den Kindern etwas bieten möchten. Ihr schlechtes Gewissen quält sie, da sie in der Woche so wenig Zeit für die Kinder hatten. (Ich möchte an dieser Stelle niemand einen Vorwurf machen, oft lassen es die Lebenszustände nicht anders zu). Die Einwirkunken und Gegebenheiten der Außenwelt, denen den Kindern in den letzten zwei Jahren ausgesetzt sind, tragen nicht zu einer positiven Stressregulation bei. Eher das Gegenteil der Fall.

Mit diesem Lebensrhythmus haben die Kinder leider nur noch sehr wenig Zeit zu entspannen. Sie sind aber sehr gut in der Lage dazu. Dies was sie hemmt und blockiert kommt jedoch meistens von außen. Leider kommen die Kinder nicht mehr zum Dösen, Träumen, Spielen und Faulenzen. Dies sind „unerwünschte Eigenschaften“, die von Eltern, Erzieher und Lehrer meistens getadelt werden. Wenn Kinder abschalten und entspannen, indem sie verträumt aus dem Fenster schauen, anstatt aufmerksam zuzuhören, werden sie oft unsanft aufgefordert sich zu konzentrieren. (Konzentrationsspanne bei Kinder: zwischen 5 und 7 Jahren sind das im Durchschnitt ca. 15 Minuten, bei 7 bis 10 jährigen ca. 20 Minuten, bei 10 bis 12 jährigen ca. 25 Minuten.

Diese Konditionierung (erwünschtes Verhalten wird gelobt, unerwünschtes getadelt) funktioniert und die Kinder trauen sich immer weniger ihrem natürlichem Bedürfnis der Entspannung nachzugehen.

Dabei ist Entspannung so wichtig, damit sich Körper Geist und Seele regenerieren können. Aus der ständigen Stressbelastung können sich schon bei Kinder diverse Symptome im psychischen und körperlichen Bereich einstellen, wie Schul- und Lernprobleme, nicht mehr zur Ruhe kommen können, Kopfschmerzen, gehäufte Infekte usw.Kinder können Entspannung aber wieder schnell erlernen. Besonders wenn sie merken, welche Wirkung sie damit erzielen können. So ist es nahliegend, dass in der Verbesserung der Entspannungsfähigkeiten eine wichtige Möglichkeit liegt, gesundheitsschädlicher Überforderung entgegenzuwirken, stressbedingte Beschwerden vorzubeugen und bereits eingetretene Störungen zu verbessern. Durch das Erlernen und Durchführen von regelmäßigem Entspannungstraining kann chronische Anspannung abgebaut werden. Weiterhin fördert Entspannungstraining das Wohlbefinden und eine gelassene Lebenshaltung.